Linzer Frühling - Literatur und so

  Schlimm war es damals, für mich und uns, die wir Jahre unserer kulturpolitischen Aktivitäten einem Traum geopfert haben, der, wie viele Träume es so an sich haben, nicht wahr geworden ist, dem Traum nämlich vom selbstverwalteten Kulturhaus für alle. Posthof haben wir den Traum genannt, damals. Der Name ist geblieben, nur der Inhelt hat sich verändert.

   Als wir bemerkt hatten, daß wir nur mehr das Etikett in Händen hielten, der Flascheninhalt aber viel zu sehr nach Wasser schmeckte, da kratzten wir die Kurve, damals, vor mehr als 10 Jahren.

   Und wie das so üblich ist bei Dingen, die in Bewegung sind, war es auch bei uns. Einmal in Schwung gekommen
durch die Arbeit am Projekt
Posthof konnten wir nicht einfach aufhören, nicht einfach nichts tun. Also haben wir die Bewegung nict jäh gestoppt,sondern sie nur umgeleitet, die Richtung geändert. Aus den Vorkämpfern für ein selbstverwaltetes Kulturhaus ist ein bunter Haufen von Individualisten geworden, Tänzerinnen, Architekten, Musikern, Musikerinnen, Literaten und Literatinnen, bildenden Künstlern und Künstlerinnen.

    So bunt war auch der Anfang vom "Linzer Frühling". Alles sollte möglich sein, niemand sollte uns was dreinreden können, jeder sollte machen können, was er oder sie wollte. Und so war es auch ein ganzes Jahr. Es funktinierte, wie so ein chaotischer Haufen von Individualisten eben funktionieren kann, chaotisch nämlich, spontan, lustbetont,. Ein Jahr lang. Dann war die Luft raus. Und ich alleine.
 
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